Stadtlohn gegen KTS Mettingen

Die Kunstturnoberligasaison steckt ergebnistechnisch in diesem Jahr voller Überraschungen.

Während Aufsteiger Paderborn vor einer Woche noch den Meisterschaftsanwärter Kierspe schlug, gelang Bochum am vergangenen Wochenende ein Sieg gegen den Tabellenführer Isselhorst.

 

Ein ähnliches Bild in der unteren Tabellenhälfte. Duisburg-Wanheimerort trat zum Wettkampf in Kierspe erst gar nicht an und gab so Match- und Gerätepunkte kampflos ab.

 

Auch die Partie SUS Stadtlohn gegen die KTS Mettingen hatte es in sich. Dieses Aufeinandertrefen war nichts für schwache Nerven. In einem wahren Turnkrimi setzte sich der Gast aus Mettingen mit 221,1 : 218,35 Punkten (7 : 5 Gerätepunkte) durch.

Der Reihe nach: Stadtlohn trat erstmals in dieser Saison in Bestbesetzung und damit auch mit dem ehemaligen Drittligaturner Simon Hetkamp an.  Auf Mettinger Seite fehlten Ricardo Woltering und Henning Brickwedde, was einen herben Qualitätsverlust am Seitpferd, Barren und vor allem am Reck bedeutete.

Sascha Woltering musste aus Trainersicht das beste daraus machen. 

Er hatte sein Team im Vorfeld optimal auf diese „kleine Münsterlandmeisterschaft“ eingestellt und beim Wettkampf selbst gelang ihm am Reck eine taktische Meisterleistung .

Zum Wettkampf selbst. Am Boden boten die Athleten beider Teams den Zuschauern einen wirklichen Turnleckerbissen in dem besonders der Strecksalto rückwärts mit Dreifachschraube (Lars Boerrichter, Mettingen) und der Strecksalto vorwärts mit Doppelschraube (Michael Heming, Stadtlohn) zu erwähnen sind.

Der Zwischenstand nach diesem Gerät, Unentschieden 39,95 : 39,95 Pkt,

Am Seitpferd lautete die Vorgabe von KTS-Trainer Woltering: Die Übungen von der Schwierigkeit etwas abspecken, dafür fehlerfrei und vor allem ohne Sturz durchturnen. Dieses setzten seine Turner punktgenau um und entschieden das Gerät mit 36,0 : 34,35 Pkt. für sich. An den Ringen konterte Stadtlohn. Der erwartete Stadtlohner Gerätegewinn (36,7 : 35,8 Pkt.) war aus Mettinger Sicht eingeplant, fiel aber geringer als erwartet aus.

Die Mettinger Halbzeitführung von 0,75 Punkten wurde bei der anschließenden Pausenbesprechung von Woltering sehr positiv bewertet: „ Sprung möglichst ausgeglichen halten, Barren nicht zu hoch verlieren und damit vor unserem Paradegerät Reck auf Augenhöhe liegen, so können wir den Wettkampf gewinnen.“ Tatsächlich setzten seine Turner dieses Vorhaben dann sogar noch etwas besser um. Der Sprung wurde mit 1,0 Pkt. Vorsprung gewonnen und am Barren hielt sich der Rückstand mit 1,05 Punkten in überschaubaren Grenzen. Das bedeutete vor dem abschließenden Reckturner 0,7 Punkte Vorsprung für die KTS Mettingen. 

Im Nachhinein betrachtet folgte jetzt der entscheidende Schachzug von KTS-Trainer Woltering.

Mettingen musste vorlegen, und wie bei einem Elfmeterschießen steht der Gegner damit unter Zugzwang.

Woltering schickte mit Lars Boerrichter seinen besten Mann als Ersten ans Königsgerät. Eine perfekte Übung. Zum Schluss Doppelsaltoabgang mit Schraube in den sicheren Stand bedeuteten 12,65 Punkte. Gerätehöchstwertung an diesem Tag. Stadtlohn hatte dem nur eine 9,6 entgegenzusetzen. Für die KTS turnte Stephan von Wulfen, Mettingen Nummer 2 an diesem Gerät, dann eine sehr saubere Übung. Der Lohn: 11,5 Punkte. Stadtlohn zeigte jetzt Nerven, was sich in kleineren Fehlern, die mit Punktabzug bewertet werden, wiederspiegelte (10,5 Pkt.). Der 3. Mettinger Turner Max Albers nutzte diese „Elfmeterchance“ . Er trug seine Übung souverän vor (10,7 Pkt.). 

Diesen drei hohen Mettinger Wertungen hatte Stadtlohn nur noch die guten 11,9 Pkt. von Hetkamp entgegenzusetzen, was den Mettinger Sieg aber nicht mehr verhindern konnte.

Reck (35,25 : 33,2 Pkt.) und damit auch der Gesamtsieg gingen an die KTS Mettingen. Das Team ist  dem Saisonziel Klassenerhalt damit ein großes Stück näher gekommen.

 

Für die Mettinger geht es am kommenden Wochenende im Auswärtsduell beim TZ Bochum weiter.